lin

Veröffentlicht auf von selina

Lin saß in der küche und aß eis. haselnusseis. das hasste sie doch normalerweise so sehr. aber jetzt saß sie da, mit dem metellenen löffel in der hand und pickte sich die nussstückchen raus. die waren de besten. nein, eigentlich nicht. lin wurde davon immer schlecht. sie saß auf der arbeitsfläche und schaute aus dem fenster. ihre nachbarn stiegen gerade ins auto, sie wollten wegfahren. lin dachte nicht nach, schaute nur zu, wie ein lachen über die gesichter dieser nahen, aber doch so fremden menschen ging. ein motorgeräusch ertönte, jetzt waren sie weg. lin aß immer noch. und fing an nachzudenken. sie war es nicht wert. ihr leben war so sehr den berg runter gegangen. vor ein paar monaten, da war doch noch alles in ordnung gewesen. und jetzt. sie hatte eine beste freundin, bei der sie glücklich war. aber mehr nicht. lin saß da und flüsterte ganz leise, kaum hörbar mit dem eis im mund: Lieber Gott, bitte mach, dass ich sterbe.
Es passierte nichts. Lin dachte weiter nach. wer war da noch, außer Bes? Wieso ging sie nicht einfach irgendwohin und verreckte? und dann fiel ihr ihre mutter ein. sie vermisste sie. wollte sie jetzt unbedingt in die arme schließen, sofort. ihr stiegen tränen in die augen, sie wolte das alles nicht. eine träne tropfte auf das eis. lin schloss die packung, legte den löffel weg. wofür das alles? sie weinte und weinte.  sehnte sich nach liebe. nahm sich vor, jetzt endgültig nichts zu essen. die anderen würden schon noch merken, was sie von alldem hatten. sie war so stark, dass sie das durchstehen konnte. gleich ein brötchen hinterher, gegen den süßen geschmack. ihr war schlecht. lin wollte nur noch auf die toilette, das schlechte gewissen aus ihr rauskotzen. aber sie ließ es bleiben. dnach würde sie sich nur schlecht fühlen. hässlich und schwach. nichts mehr als das. 

Veröffentlicht in Her life as Lin

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