Dünn sein, nur dünn sein

Veröffentlicht auf von Selina

Sie war dünn. Und andere hielten sie für keineswegs perfekt. Doch sie war anderer Meinung: Sie hielt sich für perfekt,wahrhaftig. Solange sie nur dünn war. Dafür war sie geboren worden. Und dafürwürde sie sterben. Ja, das war ihr Schicksal. Ihre Aufgabe. Dünn sein. Etwas anderes konnte sie nicht. Noch nicht einmal diesen Jungen für sich gewinnen. Er hatte ihr das Herz gebrochen. Und sie hatte versucht, es wieder zusammenzuflicken, aber das ging nicht. Das konnte nur er, ganz alleine. Sie liebte ihn immer noch. Ihre Freunde hatte sie alle veloren, als sie angefangen hatte, so sehr abzunehmen. Zu hungern, Kalorien zu vermeiden. Aber das war ihr egal, jetzt zählte nur noch eins: Dünn sein.
Wenn sie Menschen achend im Eiscafé sitzen sah, wei sie Spaß hatten, beneidete sie sie manchmal. Aber dann dachte sie daran, wie fett sie von diesem Eis werden würde. Und der Neid hörte auf.
Manche sagten, sie wäre magersüchtig. Aber davon hielt sie nichts. Magersüchtig - als könnte sie nicht sofort aufhören zu hungern. Wenn sie etwas anderes hätte. Außerdem hielten sich Magersüchtige doch auch für dick - und sie fand sich perfekt. Fast perfekt. Noch zwei Kilo vom Perfekt sein entfernt. Aber das würde sie auch noch schaffen. Dann wäre sie hundertprozentig. Und wenn sie dafür sterben müsste.

 

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Veröffentlicht in ein bisschen Poesie.

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