Breite deine Flügel aus und flieg in ein neues Leben!

Veröffentlicht auf von Selina

Gestern war ich spazieren, bin durch die Felder gelaufen, durch die Straßen. Es war kalt, es war windig. Die Sonne hat sich hinter unzähligen Wolken versteckt, es war einfach nicht ihr Tag. Alles war grau, so leblos. Als mir   dann kalt geworden ist, habe ich beschlossen, zurückzugehen, heim, ins Warme. Da bin ich durch eine kleine dunkle Gasse gelaufen, und plötzlich sah ich da einen Schmetterling vor mir liegen. Einen toten Schmetterling. Er wollte gerade schlüpfen, sein Leben als hässliche Raupe hinter sich lassen, und ein Neues als schöner hübscher Schmetterling beginnen. Was für eine Art er war, weiß ich nicht, aber sah wunderschön aus, wie er da lag. So friedlich. Aber sein Tod muss qualvoll gewesen sein. Er ist erfroren, als er sein warmes Heim verlassen wollte. Er wollte zu früh zu dieser Reise aufbrechen, konnte es nicht mehr erwarten.
Zuerst bin ich weitergegangen, dacht nur Mir ist kalt, ich will nach Hause! Aber dann, nach ein paar Schritten bin ich stehn geblieben, hab mich umgedreht und nachgedacht. Keiner sollte es vierdient haben, nicht so ein wunderschönes Wesen, auch wenn es hochnäsig und eingebildet war, dass man es einfach so verrotten ließ oder der nächste Hund, der vorbeikam, es auffressen würde. Also nahm ich diesen Schmetterling und lief mit ihm den ganzen Weg nach Hause, obwohl ich mich ein bisschen ekelte. Daheim hab ich dann eine Schaufel gepackt und den Falter begraben. Es ist kein besonders tolles Grab, ohne Blumen oder irgendwas darauf. Aber es ist ein Grab. Und vielleicht wächst aus dieser Erde ja jetzt ein Stück Frühling heraus. Das wäre schön. Vielleicht auch ein bisschen zu schön - aber man sollte nie aufhören zu hoffen.

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Veröffentlicht in ein bisschen Poesie.

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